Nein zur Erhöhung der Semestergebühren- wenn Studenten laut werden

Seit einigen Wochen steht ein Thema hoch im Kurs an der Universität Fribourg: Die Erhöhung der Semestergebühren von bis zu 35 Prozent. Die Wände der Universität schmückten Aufrufe wie: « Greift in die Taschen des Rektorats, nicht in jene der Studenten! ». Wir von Fribune haben dazu drei Studentinnen der Universität Fribourg nach ihrer Meinung gefragt. Unser Fazit? Ein einstimmiges Nein zur Erhöhung der Semestergebühren und auch die passiven Rebellen haben etwas zu sagen!

Anina Derungs, (21)

An was dachtest du als erstes, als du von der Erhöhung der Semestergebühren erfahren hast?

Ich habe mich gefragt, wie ich das finanzieren soll und welche Auswirkungen das auf mein Leben/meinen Lebensstil haben würde. Zudem habe ich mir die Frage gestellt, ob nicht zuerst die Prüfungsgebühren in allen Fakultäten durchgesetzt werden sollten, da dies bisher nicht der Fall war – eine solche Maßnahme wäre besser nachvollziehbar und eher gerechtfertigt gewesen.

Welche Leistungen erwartest du von der Universität Fribourg, wenn man höhere Semestergebühren bezahlen muss?

Ich wäre bereit, die Gebühren zu bezahlen, wenn die Infrastruktur der Uni umgehend verbessert werden würde. Hierbei beziehe ich mich vor allem auf die digitale Organisation – je nach Fakultäten gibt es verschiedene Internetseiten, was zur Verwirrung der Studenten führt und alle Einschreibungen verkompliziert.

Findest du, dass die die Erhöhung gerechtfertigt ist?

Falls tatsächlich Verbesserungen in verschiedenen Bereichen vorgenommen werden würden, wäre dies durchaus gerechtfertigt. Ich denke jedoch, dass die Erhöhung zu hoch ist. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, zuerst eine kleine Erhöhung von 50 Franken bis 100 Franken vorzunehmen, und dann eventuell in ein paar Jahren eine zweite Erhöhung zu lancieren.

Ich bin allerdings auch der Meinung, dass die Universität Fribourg sich durch die tiefen Kosten auszeichnet, die teilweise auch durch die Prüfungsgebühren wieder ausgeglichen werden. Ich selbst bezahle pro Semester beinahe 800 Franken Semester- und Prüfungsgebühren insgesamt. Zudem ist mir durchaus bewusst, dass andere Studenten finanziell in einer schwierigeren Lage sind als ich, für sie könnte eine solche Erhöhung negative Folgen haben. Nicht alle haben das Glück, eine finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern zu erhalten, wie es bei mir der Fall ist.

Nimmst du an der Demonstration teil? Wieso?

Ja! Denn ich bin der Meinung, dass wir Studenten in einem solchen Fall zusammenhalten müssen. Nicht für den einzelnen Studenten, aber für alle zusammen. Und ich finde es gut, dass alle Ressourcen und Wege ausgeschöpft werden sollen, um diese Qualität der Universität Fribourg, ein kostengünstiges Studium anzubieten, beizubehalten.


Sophie Wallner, (20)

Wie finanzierst du dein Studium und was wären die möglichen Konsequenzen für dich bei einer solchen Gebührenerhöhung?

Meine Eltern finanzieren meine Universitätsausbildung, für Freizeitaktivitäten komme ich selbst auf. Es gäbe keine direkten dramatischen Konsequenzen für mich, jedoch für meine Eltern, da sie mir die Semestergebühren bezahlen.

Was denkst du, sind die möglichen Gründe für eine solche Gebührenerhöhung?

Ich bin mir nicht sicher, in was die Universität alles Geld investiert, aber ich vermute, dass überschüssiges Geld für Raumnutzungen und Personal sowie in teure Materialien ausgegeben wird. Demzufolge hätte ich im Allgemeinen gesagt: Ineffizientes Geldmanagement.

Unter welchen Bedingungen wärst du bereit, die erhöhten Semestergebühren zu bezahlen?

Wenn mir die zuständigen Personen der Universität logische und nachvollziehbare Gründe für die Gebührenerhöhung liefern können, wäre ich eventuell bereit, die Bedingungen zu akzeptieren. Ich hätte gerne mehr und vor allem vorzeitige Informationen von der Universität selbst zu diesem wichtigen Thema erhalten- beispielsweise per Rund-Mail. Eine Positionierung der Universität wäre wünschenswert gewesen, bevor ich diese Neuigkeiten durch die Kampagne der AGEF erfahren hätte.


Kim Pittet, (21)

Was ist deine Meinung zur Erhöhung der Semestergebühren?

Ich finde, jeder Mensch sollte das Recht auf Bildung haben. Die Erhöhung der Semestergebühren kann für  Studenten zu einer finanziellen Belastung führen oder gar, dass eine Familie nicht allen ihren Kindern eine universitäre Ausbildung ermöglichen kann. Dabei soll es nicht von den Semestergebühren abhängen, ob eine Person diesen Bildungsweg wählt. Sonst haben finanziell schwächere Familien zukünftig fast keine Chance mehr, ihren Kindern eine vollwertige Ausbildung zu ermöglichen.

Wie finanzierst du bisher dein Studium und was wären die möglichen Konsequenzen für dich, bei einer solche Gebührenerhöhung?

Ich erhalte teils finanzielle Unterstützung von meinen Eltern, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Eine Erhöhung der Semestergebühren würde also vor allem auf sie zurückfallen. Ich möchte sie jedoch nicht noch mehr mit den Ausbildungskosten belasten.

Unter welchen Bedingungen wärst du bereit, die erhöhten Semestergebühren zu bezahlen? 

Hätte die Uni zuerst auf andere Wege versucht, finanzielle Unterstützung zu erhalten und wäre die Erhöhung der Semestergebühren tatsächlich die aller letzte Lösung gewesen weil ansonsten eventuell das Bestehen der Universität Fribourg bedroht wäre könnte ich die Erhöhung der Semestergebühren besser nachvollziehen.

Nimmst du an der Demonstration teil? Wieso?

Nein, ich bin eher ein passiver Rebell, als mich unter die Menschenmenge zu mischen (lacht).


Kämpft um eure Rechte- Infos zur Demonstration:
  • Wann: 9. November um 15:00 Uhr
  • Wo: Bei der Miséricorde, Aula Magna

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